Review: My Mad Fat Diary

“My name is Rae. It’s 1996, I’m sixteen, sixteen stone and desperate for a shag. Oh yeah and I’ve been in a mental hospital for a while.”                                                                                                                                                                                                                                 -Rachel Earl-

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und dennoch gilt man häufig nur dann als schön, wenn man schlank ist. Dieser Meinung ist auch Rae (Rachel) Earl ein ganz „normales“ 16-jähriges Mädchen in den 90ern, das sich für Musik und Jungs interessiert und ihr “ersten Mal” sehnlichst herbei wünscht, wenn … ja, wenn da nicht ihr Übergewicht und ihr damit verbundenes Minderwertigkeitsgefühl wäre.

Quelle: Yorkpress

Für ihr korpulentes Äußeres (und vermutlich auch den Silberblick, der meistens unfreundlich erscheint) schämt Rae sich so sehr, dass sie anfing sich selbst zu verletzen und offenbar einen missglückten Suizidversuch unternahm, der mit einem vier monatigem Aufenthalt in der Psychiatrie endete. Nach dem stationären Aufenthalt folgen Besuche in der psychiatrischen Tagesklinik, die sie einmal wöchentlich aufsuchen muss, um ihre Erlebnisse im nun wieder „normalen Alltag“ einem Arzt zu schildern… und hier setzt die Story der Serie My Mad Fat Diary ein. In Rückblenden erzählt Rae, wie sie die erste Woche zuhause mit ihrer Mutter in der Midlife-Crisis und deren Lover ohne Aufenthaltserlaubnis erlebt hat, wie sie auf ihre ehemals beste Freundin trifft, die glaubte Rae sei in Frankreich gewesen und wie sie versucht, Teil einer Clique zu werden – das normale Leben aus Sicht einer Außenseiterin im Jahr 1996. Anfangs war ich recht skeptisch, was die Serie anbelangt: “nicht schon wieder eine Serie im Tagebuchstil, deren Hauptcharakter an sich zweifelt, weil sie mehr wiegt“ (wer kennt das nicht auch schon aus Doctor’s Diary?) und dennoch hab ich mich eines Besseren belehren lassen. Die knapp 50 Minuten Laufzeit erschienen mir viel zu wenig, denn ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Natürlich sind auch hier wieder die Stereotypen einer Teenie-Serie vertreten:

  • Das korpulente Mädchen, das Komplexe hat und sich in den scheinbar unnahbaren, hinreißenden Typen verliebt
  • Die beste Freundin, die bezaubernd aussieht und bei allen beliebt ist
  • Die durchgeknallte Mutter, die in den Wechseljahren steckt, viel Sex will und dennoch die gute Freundin für die Tochter sein möchte
  • Die Clique, die wie Pech und Schwefel zusammenhält und zu der man dazugehören möchte

UND

  • Der gutaussehende, verwegene, musikalisch-talentierte Teenie-Schwarm, der mit seinem Aussehen jedes Mädchen haben kann

Was die Serie jedoch von anderen Formaten wie The OC oder 90210 abhebt, sind nicht nur die etwas anderen Charaktere (auch ein Schönling hat unreine Haut, selbst wenn dies nur am Rücken so ist), die mittels der Schauspieler überzeugend dargestellt werden, sondern auch die musikalische Untermalung mit Hilfe der “Hits von damals” und die Gestaltung sowie Strukturierung des Plots. Besonders zu erwähnen ist die Protagonistin Sharon Rooney, die Rae darstellt und die ihre Rolle des schüchternen, selbstzweifelnden aber unbedingt glücklich werden wollenden Teenie glaubhaft spielt. Durch einer Portion Selbstironie, einer unkonventionellen Sprache und Gedankenspielen, die mit comic-haften Bildern unterlegt sind, macht der Pilot der Comedy-Drama-Serie auf weitere Folgen neugierig.

My Mad Fat Diary – Darsteller
Quelle: Digitalspy

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Meine Bewertung

Nun seid ihr gefragt: wie hat euch der Pilot gefallen? Würdet ihr weitere Folgen sehen wollen oder fällt die Serie in euren Augen durch? Ich freue mich auf euer Feedback

4 thoughts on “Review: My Mad Fat Diary

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  3. Ein schönes review. Also ich hab inzwischen alle 6 Folgen geguckt und ich mag die Serie sehr. Später wird es zwar doch irgendwie wieder sehr kitschig aber ich mochte den kitsch. Ich bin schon gespannt auf eine 2. Staffel, die es ja sehr wahrscheinlich geben soll, wobei ich denke dass diese dann doch eher in Richtung standart serie abschweifen wird.

    • Vielen Dank für dein Feedback!🙂

      Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe ebenfalls alle Folgen gesehen…und ja, du hast recht, teilweise triftet es ins kitschige ab, wobei ich das aber als erträglich und schön gefunden habe. Es ist halt eine Teenie-Serie und wo sonst spielen die Themen “Liebe, Freundschaft und Familienzusammenhalt” fundamentale Rollen, wenn nicht dort?! Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt und hoffe nur, dass die Serie ihren Standard beibehält. Hoffentlich driftet sie nicht zur Null-Acht-Fünfzehn-Serie ab und läuft so Gefahr eine von vielen werden – na lassen wir uns einfach überraschen!

      PS: den Psychiater fand ich klasse🙂

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