Review: Bates Motel


Quelle: Stuffpoint

“Mom, you’re everything. Everything to me. And I don’t ever want to live in a world without you. You’re my family… my whole family, my whole… my whole life, my own self.”
– Norman Bates

Wer kennt sie nicht, die brilliante Duschszene aus Psycho? Alfred Hitchcocks Schocker gehört über 50 Jahre später schon längst zu den Kultfilmen des Genres, doch hat man nicht irgendwie schon immer wissen wollen, was wirklich hinter Norman Bates’ Beziehung zu seiner Mutter steckt und was diesen Typen eigentlich so irre hat werden lassen? Genau diese Vorgeschichte zu erzählen, hat sich die A&E Serie Bates Motel zur Aufgabe gemacht. In bisher 10 detailverliebten und durchaus sehr an der Filmvorlage orientierten Episoden soll hier beleuchtet werden, wie Familie Bates an das berühmte Motel kam und welche Umstände den letztendlichen Wahnsinn hervorgerufen haben.

Kenner des Films werden schnell etliche Gemeinsamkeiten entdecken, so wurde vor allem auch beim Cast großer Wert darauf gelegt, sich an die Vorlage zu halten. Freddie Highmore (Norman Bates, “Charlie und die Schokoladenfabrik”) weist durchaus Ähnlichkeiten zu Anthony Perkins auf, widerspricht damit jedoch ebenfalls der Romanvorlage… dem Wahnsinn tut dies keinesfalls einen Abbruch und man ist bereits nach wenigen Minuten davon überzeugt, wirklich eine jüngere Ausgabe des Psycho-Protagonisten vor sich zu haben. Auch die Sets weisen große Ähnlichkeit zum Original von 1960 auf, doch wahre Fans dürften über einige Unterschiede stolpern. Unter diesen, zugegeben kleinen Änderungen zum Wohle der Serie, hat der Genuss allerdings nicht zu leiden und schon in den ersten Szenen wird deutlich, dass Bates Motel seiner Vorlage in nichts nachsteht, was das Motiv des Wahnsinns betrifft.

Die Pilotfolge beginnt mit der Szene, die entscheidend ist für den Umzug der Familie Bates: der Tod des Vaters. Doch auch, wenn diese fast mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet (Warum scheint es Norma Bates kein Stück zu interessieren, dass ihr Gatte soeben das Zeitliche gesegnet hat? Und was genau ist überhaupt passiert?), so leitet sie doch recht genial zu dem von Vera Farmiga (“Up In The Air”, “Orphan”) sehr überzeugend dargestellten Irrsinn über.

Es folgen 45 Minuten, in denen sich das ungute Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, nur bestätigt. Der Enthusiasmus, mit dem sich die weibliche Bevölkerung der Kleinstadt an den Hals des nicht unbedingt vertrauenerweckenden Norman Bates wirft, kann eigentlich nur bedeuten, dass hier chronischer Männermangel herrscht… selbst die Lehrerin scheint irgendwie ein wenig auf Entzug zu sein. Währenddessen versucht Norma Bates alles, um ihren geliebten Sohn ganz für sich alleine behalten zu können… was die ungewöhnliche Beziehung von Mutter und Sohn in einigen wahrlich seltsam anmutenden Szenen wirksam herausstellt. Die beinahe ständig eingespielte Musik erinnert stark an die Filmvorlage und sorgt in Kombination mit der effektiven Kameraführung für eine durchgängig unheimliche Atmosphäre, die den meisten Filmen in nichts nachsteht und durchaus auch mit einigen Schockmomenten aufwarten kann.

Für Fans des Originals oder generell Liebhaber der schaurig-schönen Grundstimmung dürfte die neue Serie des Lost-Produzenten  Carlton Cuse ein gefundenes Fressen sein, auch wenn man sie vielleicht nicht als direktes Prequel zum Kultschocker betrachten sollte, wurde die Handlung doch deutlich in eine etwas modernere Zeit verlegt. Dennoch sind genug Parallelen vorhanden, um Psycho-Fans auf den Geschmack zu bringen… Ich selbst kann es jedenfalls kaum erwarten, dem Wahnsinn der Familie Bates weiterhin auf den Fersen zu folgen und darüber zu rätseln, wer wohl der wahnsinnigere von beiden ist: Norma oder doch Norman?

Deshalb meine Bewertung:
4 Sterne Nita

 

 

Teilt mir doch in den Kommentare eure Meinung zu  Bates Motel mit: Was hat euch besonders gut gefallen? Wo hat das Original dennoch die Nase vorne?

2 thoughts on “Review: Bates Motel

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