Review: In The Flesh

 

Braucht man wirklich noch eine Serie, die sich mit Zombies beschäftigt? Wurde dieses Thema nicht schon zur Genüge in diversen anderen Shows (The Walking Dead), Filmen (World War Z) und Videospielen (The Last of Us) ausgeschlachtet? Was sollte es noch groß neues geben? So oder so ähnlich könnten die ersten Gedanken zu “In The Flesh” lauten, doch die BBC Produktion belehrt einen schnell eines Besseren. Intelligente Zombies, eine Heilungsaktion der britischen Regierung und die Gegenbewegungen der Bevölkerung heben “In The Flesh” deutlich von ähnlichen Medien ab und bringen so einen interessanten Aspekt hinein in die düstere Endzeitstimmung. 

Apokalyptische Zustände herrschen in England: Nachdem bei einer Welle von Auferstehungen, bekannt als The Rising, jeder, der im Jahr 2009 gestorben ist, wieder zum Leben erwachte, folgten die bleichen Kriege (Pale Wars), in denen die mordenden Zombies gejagt und getötet wurden, bevor sie den Rest der Menschheit auslöschen konnten. Anders, als in den meisten Verfilmungen, handelt es sich hierbei allerdings nicht um wilde, allein vom Hunger getriebene Kreaturen, sondern um durchaus intelligente Untote, die organisiert und in Teams auf Menschenjagd gehen. Der britischen Regierung gelang es schließlich, ein Medikament zu entwickeln, das die Zombies zurück in halbwegs normale Menschen verwandelte und schaffte es so, tausende Untote zu retten und ihnen die Aussicht auf ein zweites Leben nach ihrem ersten Tod, zu schaffen. Unter ihnen befindet sich auch der Teenager Kieren Walker (Luke Newberry), der nach seinem Selbstmord ebenfalls wieder auferstand und nun zu seinen Eltern in das kleine Städtchen Roarton zurückkehren soll. Dass die dortigen Einwohner davon nicht unbedingt begeistert sind, wird relativ schnell deutlich.

In The Flesh Kieran

Quelle: bbc.co.uk

Die erste Folge beginnt mit den Rückblicken, denen Kieren während seiner Behandlung regelmäßig ausgesetzt ist. Die Medikamente der Regierung haben ihre Wirkung gezeigt und abgesehen von einem nicht gerade lebendigem Teint und den erwähnten Nebenwirkungen wurde aus dem ehemaligen Zombie wieder ein normal denkender junger Mann. Nach Monaten der Behandlung soll er nun zurück zu seinen Eltern ziehen, die erst den Selbstmord ihres Jungen und dann dessen Auferstehung als mordende Bestie mitmachen mussten. In Roarten gibt es unterdessen heftige Protestaktionen gegen die Resozialisierung der an PDS (Partially Deceased Syndrome) erkrankten Menschen. Besonders die HVF, eine Organisation, die damals die Bevölkerung vor den Zombieattacken beschützt hat, spricht sich gegen eine solche Aktion aus und natürlich ist auch Kierans Schwester Jem (Harriet Cains) dort aktives Mitglied.

Kierens Eltern gelingt es schließlich, ihren Sohn ins Haus zu schmuggeln, wo die Familie versucht mit der seltsamen Situation klar zukommen, immer in dem Bewusstsein, dass ihr Geheimnis jede Minute gelüftet werden könnte und dann schnelles Handeln erforderlich ist. Besonders Jem will sich nicht mit der Rückkehr ihres Bruders abfinden und bezeichnet ihn nicht selten als “Monster aus der Hölle”. Ob sie sich schließlich noch mit der Situation arrangieren kann oder ihren Bruder doch an ihre Freunde bei der HVF verrät soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch feststeht, dass es in Roarton an mehr als nur einer Front Probleme gibt, denn Familie Walker sind nicht die einzigen mit einem Geheimnis.

Familie Walker am Tisch

Quelle: scifinow.co.uk

“In The Flesh” besticht vor allem durch die düstere Endzeitatmosphäre und das Aufrechterhalten der Spannung, was nicht zuletzt an der guten Performance der Schauspieler liegt. Etliche Aspekte werden zunächst nur beiläufig erwähnt, sodass man während der knapp 57 Minuten eigentlich immer etwas zum Grübeln hat. Interessante Charaktere und zahlreiche Geschichten, die jedoch alle irgendwie zusammenhängen, erwecken schnell die Neugier des Rezipienten und tragen so dazu bei, dass man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Durch beinahe beiläufiges Storytelling gelingt Regisseur Johnny Campbell (Doctor Who) das Erschaffen einer Welt, die von übernatürlichen und unerwarteten Ereignissen gezeichnet wurde. Auch wenn es anfangs scheint, als gäbe es klare Standpunkte innerhalb der Gesellschaft wird schnell deutlich, dass hier nichts schwarz oder weiß ist und jeder auf gleich mehrere Arten von dem Geschehen betroffen ist. Wie es zu einer solchen Zombieplage kommen wurde, scheint bisher ungeklärt, doch sollen noch etliche Fragen in den verbleibenden zwei Episoden beantwortet werden. Für 2014 ist bereits die Ausstrahlung eine zweite, etwas längere Staffel geplant.

Ich werde mir jetzt jedenfalls noch den den Rest der ersten Staffel ansehen und vielleicht folgt ja auch hier bald mehr zur Erfolgsserie “In The Flesh”.

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Wie kamen die intelligenten britischen Zombies bei euch an? Genial oder doch eher Humbug mit zu wenig Action?


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One thought on “Review: In The Flesh

  1. Pingback: Follow Up: In The Flesh | Fame or Shame

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