Review: Arrow

Quelle: thomasthepommes.com

“After 5 years everything that was once familiar is now unrecognizable. The face I see in the mirror is a stranger.”
– Oliver Queen

Comic-Verfilmungen gibt es ja mittlerweile auch wirklich schon zu Hauf. Man mag sie, oder man tut es eben nicht. Als großer Fan von Batman, Iron Man und Co bin ich für etwaige andere Verfilmungen eigentlich immer offen. Dass dieses Genre dabei nicht unbedingt mit Realismus überzeugt, ist mir dabei durchaus bewusst, doch wie mit allem gibt es auch hier noch einmal deutliche Abstufungen – von nachvollziehbar bis ‘was zur Hölle soll das denn?’. Arrow, basierend auf dem gleichnamigen Comic, liegt leider eher im Bereich des letzteren.

Vor 5 Jahren sank das Schiff von Oliver Queen (Stephen Amell) und seinem Vater, etliche Menschen ließen dabei ihr Leben. Bisher wurde angenommen, dass auch der Milliardärssohn bei dem Unglück umgekommen ist, doch wird man nun eines Besseren belehrt. Fischer finden den jungen Mann auf einer einsamen Insel, auf der Oliver die letzten 5 Jahre offenbar vollkommen auf sich alleine gestellt gefristet hat. Für einen verwöhnten Erben scheint er dies recht gut hinbekommen zu haben, denn nun gleicht er quasi einem Bild von einem Mann und hat sich etliche nützliche Fähigkeiten angeeignet. Kurz vor seinem Tod weihte sein Vater (Jamey Sheridan)  ihn in ein Geheimnis und nun sinnt der “neugeborene” Queen auf Rache. Das passende Kostüm hat er gleich mitgebracht.

Fünf Jahre lang war Oliver Queen verschollen und musste sich ohne jegliche Hilfe auf einer Insel mitten im pazifischen Ozean durchschlagen, doch nun ist er zurück – und er sinnt auf Rache! Dass er dabei bisher für tot gehalten wurde, scheint niemanden zu stören, denn der einstige Frauenschwarm und Partyhengst wird ohne jegliche Komplikationen zurück in die Gemeinschaft aufgenommen, auch wenn durchaus nicht jeder erfreut ist über seine Wiederkehr. Seine ehemalige Freundin Laurel (Katie Cassidy), die er zu Zeiten des Unglücks mit ihrer Schwester Sarah betrogen hat, welche nun zusammen mit dem Wrack auf dem Meeresboden vergammelt, ist alles andere erfreut, auch wenn Olivers bester Freund Tommy (Colin Donnell), der während dessen Abwesenheit offenbar eine Affäre mit Laurel hatte, alles daran setzt, die Fronten zu klären. Oder gibt es dies vielleicht nur vor und führt etwas ganz anderes im Schilde? Während Olivers Schwester Speedy (Willa Holland) den Drogen fröhnt und wilde Partys anlässlich der sicheren Rückkehr des verloren geglaubten Milliardärssohns geschmissen werden, widmet dieser sich dem letzten Wunsch seines Vaters: Die bösen Großunternehmer, die die (fiktive) Stadt Starling City seit jeher ausbeuten, finden und zur Strecke zu bringen.

Dabei kommen ihm seine neu erworbenen Superkräfte natürlich zu Gute und so schwingt sich Oliver munter durch die Stadt, weicht regelrechten Kugelhageln aus, ohne dabei verletzt zu werden, während seine Pfeile kein Ziel verfehlen. Warum er auf einer einsamen Insel gelernt hat, wie man senkrecht die Wände hochgeht, einen vom Militär geschulten Bodyguard ausschaltet oder auch sonst recht imposante Fähigkeiten an den Tag legt ist mir zwar während der gesamten Folge schleierhaft geblieben, aber hey, immerhin ist es auch eine Comic-Verfilmung. Als Vorbild nahm der ehemalige Schnösel sich offenbar gleich zwei beliebte Helden: Batman und Robin Hood dienen als Vorlage, werden aber leider eher schlecht als recht umgesetzt. Die fiktive Stadt, das (natürlich vollkommen allein gebaute) Hauptquartier und die Tatsache, dass er Milliardärssohn ist, erinnert in manchen Menschen doch sehr an Bruce Wayne, wenn auch nur halb so schön umgesetzt. Auch wenn Stephen Amell keineswegs schlecht spielt, so fehlt mir meist jeglicher Tiefgang und Emotion. Batman ist dunkel, Batman ist ein Charaker mit vielen Schichten… Arrow, so der Name unseres selbsternannten Helden, ist einfach nur flach und irgendwie komisch. Outfit und Aufgabe wurden ganz offensichtlich von Robin Hood geliehen, auch wenn ich mich ständig gefragt habe, warum den Typ eigentlich niemand erkennt… nur weil er eine Kapuze auf dem Kopf hat, ist er in meinen Augen noch lange nicht unkenntlich gemacht, doch offenbar ist in Starling City jeder ziemlich blind.

Die Meinung von IMDb, die der Serie eine Bewertung von 8.1 von 10 gaben, teile ich nicht, für mich fehlte einfach zu viel, als dass ich mich weiterhin mit der Serie beschäftigen mochte, doch natürlich ist dies wie immer nur meine subjektive Einschätzung. Von mir gibt es deshalb…

Insgesamt kamen während der 42 Minuten Laufzeit durchaus mal vielversprechende Ansätze auf, doch insgesamt deutlich zu wenige, als dass mich die Serie fesseln konnte. Der Hauptcharakter ist mir zu eindimensional, die dauernde Erwähnung seiner Veränderung wird mit der Zeit ermüdend und die Tatsache, dass irgendwie wieder jeder was mit jedem hatte macht das ganze auch nicht attraktiver. Wer sich die Serie trotzdem ansehen und sich selbst ein Bild machen möchte: ab 16. September ist Arrow auf VOX zu bewundern!

Wie gefiel euch denn die Umsetzung dieser Comic-Vorlage? Super spannend oder doch eher mau?

One thought on “Review: Arrow

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