Review: Rectify

“I can’t quite get a handle on the concept of time yet. There’ve been moments here today where I feel like I’ve been gone for only a few weeks and I’m still in Highschool. But mostly it seems like I was always there [prison].”

                                                                                           -Daniel Holden-

Ich weiß gar nicht, warum ich mich so lang dagegen gesträubt habe diese Serie zu schauen. Schon seit einer kleinen Ewigkeit stand “Rectify” auf meiner “To-Do”-List und wollte gesehen und bewertet werden. Kann sein, dass mich die grobe Storyline, die ich im Internet gelesen habe ein wenig abgeschreckt hat oder ich einfach nicht in der passenden Stimmung dafür war, doch ich habe es schlussendlich geschafft den Pilot zu sehen und muss gestehen, meine Bedenken sind unbegründet geblieben und die Serie ist auf jeden Fall eure Aufmerksamkeit wert…doch alles zu seiner Zeit.

Bevor es zu meiner Bewertung geht, hier erstmal eine kleine Zusammenfassung der ersten Folge:

Nach 19 Jahren in der Todeszelle wird Daniel Holden (Aden Young), angeklagt wegen des Mordes und der Vergewaltigung seiner damals 16-jährigen Freundin aufgrund neuer DNA-Beweisen aus der Haft entlassen. Nun heisst es für ihn, der fast täglich mit seiner Hinrichtung rechnen musste (fünf mal wurde sie schon aufgeschoben):  Zurück in die Freiheit, zum Alltag und zurück zur Normalität, doch wie soll das funktionieren, in Anbetracht der Tatsache, dass Daniel sein halbes Leben in einer kleinen Zelle verbracht hat?

Unterstützung findet Daniel vor allem bei seiner Schwester Amantha (Abigail Spencer), die nicht nur während seines Gefängnisaufenthaltes auf seiner Seite stand und immer von seiner Unschuld überzeugt war, sondern auch jetzt Empathie und Verständnis für ihren Bruder aufbringt.

Weitere Familienmitglieder wie sein Stiefbruder Jared (Jake Austin Walker) und seine Schwägerin Tawney Talbot (Adelaide Clemens) versuchen ebenfalls aufgeschlossen gegenüber den neuen Umständen zu sein und vorurteilsfrei Daniel gegenüberzutreten. Was seine Eltern beziehungsweise seine Mutter und sein Stiefvater betrifft, diese haben weit mehr Schwierigkeiten adäquat mit der Situation umzugehen, nicht weil sie Daniel nicht mögen, sondern weil sie einfach nicht wissen, wie sie ihn behandeln sollen. Daniel ist ein Familienmitglied, das sich erst wieder integrieren und sich von seiner langjährigen Isolation entwöhnen muss. Doch nicht alle Familienmitglieder sind ihm wohlgesonnen und haben Verständnis, sein Stiefbruder Ted Jr. (Clayne Crawford), der zu ihm noch nie Kontakt hatte, fühlt sich von ihm bedroht, da er fürchten muss, dass Daniel Anspruch auf das Familiengeschäft erhebt und er demnach seine leitende Position verliert. Zudem muss er befürchten, dass durch Daniels Entlassung aus dem Gefängnis die Kundschaft vertrieben wird und die Familie eventuell bald mittellos dasteht. Auch der Sheriff des Städtchens, indem die Familie wohnt, sowie der frühere Ankläger und jetzige Senator Roland Foulkes (Michael O’Neill) wollen die plötzliche Unschuld Holdens nicht tatenlos hinnehmen und neue Beweise gegen ihn sammeln, zumal sie glauben, dass er die Tat begangen hat. Daniel Holden ist  oft versunken in der Vergangenheit, nun plötzlich konfrontiert mit einer Gegenwart, mit der er nicht mehr gerechnet hat und ungewiss seiner Zukunft gegenüber, denn wer weiß schon wie sich die Dinge entwickeln werden…

Um euch ein besserers Bild von der Serie zu verschaffen, schaut euch doch mal den Trailer an – ich hatte zwischendurch eine Gänsehaut, was ein gutes Zeichen bei mir ist, dass ich das was ich sehe toll finde.

Die erste Staffel der Serie, die vom Sundance Channel ausgestrahlt wird umfasst sechs Episoden, wobei eine zweite Staffel bereits in Planung ist. Nachdem ich es nun geschafft habe die erste Folge zu sehen, muss ich gestehen, ich fand diese beeindruckend und sehr sehenswert. Wie ihr vielleicht wisst, habe ich mich bei manchen Serien beschwert, dass diese eher im Schneckentempo vorangeschlichen sind und sich kein wirklicher Plot entwickelt hat. “Rectify” gehört auch eher zu Serien, die mit langsamen Tempo voranschreiten aber anders als bei anderen besteht hier nicht die Gefahr gelangweilt zu werden. Was die Serie aber noch von anderen abhebt, ist die Qualität der Produktion, denn obwohl Dialoge vorhanden sind, wurde hier aber neben diesen auch Wert auf die Mimik, Gestik und Emotionen der Darsteller gelegt.

Kurz die Serie hat mich berührt.

Ich finde Aden Young, spielt seine Rolle des Daniel Holden, ein großer Junger mit unschuldigem Blick aber einer düsteren Vergangenheit, sehr glaubwürdig und überzeugend. Ich habe ihm voll und ganz seine Zweifel, Irritationen und seine innere Erschöpfung abgenommen – er hatte mit seinem Leben quasi schon abgeschlossen und muss nun seine Weltansicht und Zukunft überdenken.

Hervorragende Schauspieler, eindrucksvolle Bilder unterlegt mit passender und stilvoller Musik, einer spannenden Geschichte sowie einen relativ überraschenden Cliffhanger am Ende, lassen meine Erwartungen an die kommenden Folgen steigen und somit vergebe ich

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Schöpfer der Serie ist Ray McKinnon, der einigen aus “The Blind Side” oder ” Sons of Anarchy” bekannt sein dürfte. Das Drama um das Leben des Daniel Holden bedient sich eher stiller und einfühlsamer Elemente , verliert jedoch meiner Meinung nach nie an Glaubwürdigkeit, sodass zu sagen ist, das die Produzenten von Breaking Bad auch hier wieder einen tollen Job geleistet haben.

Doch nun genug der Lobeshymnen meinerseits.
Wie fandet ihr denn die erste Folge? Zu kitschig? Zu dramatisch oder wart ihr genauso gefesselt wie ich?

Ich freu mich auf eure Meinungen!🙂

One thought on “Review: Rectify

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