Follow Up: In The Flesh

Eigentlich hätte ich mir ja denken können, dass ich gar nicht drum herum kommen würde, nach meiner doch recht positiven Anfangsreview auch über die zwei weiteren Episoden vom Zombiedrama “In The Flesh” einen kleinen Beitrag zu schreiben. Et voilá, hier ist auch schon das Follow Up. An dieser Stelle wie immer der obligatorische Hinweis: SPOILER MÖGLICH, Lesen also auf eigene Gefahr. Lasst euch gesagt sein, dass die Serie die Bezeichnung “Drama” durchaus verdient, denn während in der ersten Folge hauptsächlich die Welt nach dem Endzeiterlebnis in England beschrieben und das Setting definiert wurde, konzentrierten die folgenden zwei Episoden sich stark auf die emotionale Komponente der Show und das wirklich nicht zu knapp, was Episode 2 und 3 in meinen Augen noch besser machte als den Pilot.

Schon zu Beginn der Show wurde deutlich gemacht, dass die Resozialisierung der an PDS leidenden Untoten nicht ganz so einfach werden würde, wie die Regierung dies gerne hätte, doch sollte die Kleinstadt Roarton durch mehr als eine Tragödie erschüttert werden. Rick (David Walmsley), bei dem es sich offensichtlich um Kierens Freund handelte, ehe er im Afghanistan-Krieg bei einer Explosion ums Leben kam, kehrt nach einer ganzen Weile, in der er für tot erklärt wurde, zurück in seine alte Heimat. Dass es sich bei ihm ebenfalls um einen Untoten handeln muss ist den meisten Bewohnern schnell klar, einzig Ricks Vater, ausgerechnet der Anführer der HVF-Organisation, die sich den Kampf gegen die Zombies zur Aufgabe gemacht hat, scheint dies nicht so recht wahrhaben zu wollen.

Der vermeintliche Tod des Soldaten war damals der Auslöser für Kierens Selbstmord und als dieser von der Rückkehr seines Freundes erfährt, gibt es kein Halten mehr. Seine Identität wird enttarnt und von nun an ist es nicht einmal mehr ein offenes Geheimnis, dass es auch in Roarton PDS-Erkrankte gibt.  Die Einwohner der Kleinstadt gehen dabei ganz unterschiedlich mit der Situation um und während einige sich offenbar nach und nach mit dem Gedanken anfreunden können, bleiben andere festgefahren wie zuvor, weshalb es zu etlichen Auseinandersetzungen kommt, die nicht immer glimpflich ausgehen. Das ganze endet schließlich mit einigen Ereignissen, die Kieren erneut in Verzweiflung zurück lassen. Wird er sich erneut für den Tod entscheiden oder kann er sein altes Schicksal ändern und das zweite Leben weiterleben?

Die Serie besticht weiterhin durch die doch recht einzigartige Darstellung der Zombies: keine wilden Monster, sondern Geschöpfe, die ebenfalls auf ihr eigenes Überleben bedacht sind und von ihrem Hunger auf Menschenfleisch sogar geheilt werden können. Die einzelnen Gruppen, die sich dabei in der Gesellschaft herauskristallisieren sind sehr polar: fanatischer Glaube, blinde Hoffnung, der Wunsch nach Frieden und Familienbande sind dabei nur einige Themen, die sich nicht nur zwischen den Menschen, sondern auch in ihnen abzuspielen scheinen. Der fanatische Bill (Steve Evets), der so viel dafür getan hat, die Stadt vor den Untoten zu bewahren findet sich nun damit konfrontiert, dass sein eigener Sohn einer der Geschöpfe ist, die er so zielsicher auszurotten versucht und einst so treue Befürworter seiner Vorgehensweise müssen nun feststellen, dass ihr Handeln in der Vergangenheit vermutlich doch nicht so gut und rechtschaffen war, wie sie sich selbst eingeredet haben.

Das Thema Integration und Akzeptanz spielt heutzutage ja in vielen Medien eine große Rolle, doch diese Motive nun mit allen auftauchenden Problemen auf der allgemein beliebten Thematik der Zombies  zu kombinieren ist etwas, dass den Untoten einen ganz neuen Aspekt verleiht und nicht selten zum Nachdenken anregt. Inwiefern ändern sich unsere eigenen Überzeugungen, sobald wir selbst von einer solchen Situation betroffen sind? Dabei wird nicht selten auf die emotionale Komponente gepocht, denn Selbstzweifel, Verlust und pure Verzweiflung werden von den Schauspielern so glaubhaft dargestellt, dass sich auch der Zuschauer diesen kaum entziehen kann. Nicht selten saß ich wie gebannt vor dem Bildschirm und habe um Charaktere gebangt oder gehofft, dass die Warnbotschaft noch rechtzeitig eintrifft, um ein Unglück zu verhindern. Besonders das Finale wird noch einmal richtig emotional und ich persönlich warte nun gespannt auf das Erscheinen der zweiten Staffel, in der es weitere tolle Charaktere und sicher auch wieder einiges an Drama geben soll.

Wartet ihr ebenso gespannt auf Staffel 2 der BBC Produktion, oder gefallen euch wild mordende Zombies vielleicht doch besser?

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