Review: Dracula

“It’s like-”
‘We’ve met? Yes I feel the same thing.’

Wie wir ja bereits aus Twilight wissen: rote Kontaktlinsen machen noch keinen guten Vampir. Also kann man schon ein wenig mehr Mühe erwarten, wenn die Macher der neuen Serie Dracula glauben, sich gegen Kassenschlager wie Vampire Diaries oder True Blood durchsetzen zu wollen.

Kann man, sollte man aber nicht.
Aber zuerst einmal zur Story bevor die Meckerei losgeht.
Frei nach dem Motto: Kennst du einen, kennst du alle, beginnt die Geschichte auch diesmal damit, dass der Vampirfürst (Jonathan Rhys Meyers) aus seinem hundertjährigen Schlaf befreit wird. Allerdings ist sein Retter mit dem Indiana-Jones-Archäologen-Gedächtnishut niemand geringerer als der berühmte Vampirjäger Van Helsing (was wir noch nicht wissen: wir werden für die Verkörperung von Hugh Jackman im gleichnamigen Film noch mal dankbar sein)!
Es folgt der ebenfalls bekannte Zeitsprung, in dem für Dracula eine neue Identität geschaffen wird. In diesem Fall wird er als amerikanischer Industrieller ausgegeben, der sich auf dem britischen Markt mit seiner bahnbrechenden neuen Erfindung (kabelloser Strom…ja genau) etablieren möchte. Kleiner Wermutstropfen: sein Alias ist leider kein Anagramm, sondern lautet eher unspektakulär “Alexander Grayson”, der Inbegriff der Eleganz. Aber das soll nicht der einzige Wermutstropfen bleiben…

Doch zurück zur Story: was macht man also als neureicher, schwer attraktiver getarnter Vampir?
Richtig, eine riesige Party schmeissen!
Selbstverständlich um die Konkurrenz zu beäugen. Beruflicher wie auch romantischer Natur, denn natürlich treffen wir auf jener Party auf die restlichen üblichen Verdächtigen aus dem Dracula-Universum: Jonathan Harker und Draculas alte Jugendliebe aus vergangenen Zeiten, Mina Murray, diesmal wiedergeboren in Form von Jessica De Gouw. Hier stellt sich, leider nicht zu ersten Mal, aber überdeutlich heraus, dass Jonathan Rhys Meyers leider weder über das nötige Charisma, noch über das schauspielerische Talent verfügt, den Grafen einigermaßen überzeugend darzustellen. Für einen alten rumänischen Adligen wirkt er überraschend deplaziert auf einem derartig großen Empfang. Geschenkt, er hat hunderte Jahre in einem komatösen Zustand verbracht, aber Jonathan Harker als mittelloser Schreiberling sieht gediegener und vornehmer aus als Dracula selbst. Dieser erinnert eher an einen Ex-Junkie im Smoking. Jeder Versuch eines durchdringenden und mysteriösen Blickes wirkt eher so, als wäre er high.

Quelle: ohmygahh.com
Schauspielerisches Talent ist eben nicht jedem gegeben..

Nun war den Autoren der Serie die alleinige Story, wie Dracula seine geliebte Mina wiedererlangt offenbar nicht spannend genug, denn der eigentliche Grund für die Rückkehr Draculas und sein neuerwachtes Interesse für industriellen Fortschritt ist, und jetzt fängt der Spaß an: Rache.
Aber nicht an irgendjemandem, nein, am “Order of the Dragon”. Ein Haufen böser, großindustrieller Kapitalistenschweine, die verantwortlich sind für den Tod von Draculas und Van Helsings Eltern.
Ja natürlich!
Van Helsing und Dracula haben sich über diesen schmerzlichen Verlust verbrüdert und fahren jetzt eine wunderbare persönliche Vendetta, die natürlich etwas aus den Fugen gerät, als Dracula, wieder einmal die Eleganz in Person, eines der Mitglieder, der ihn auf seiner eigenen Party bedroht hat, einfach umbringt.
Nun braucht es natürlich trotzdem einen Antagonisten und ganz nach alter Hollywood-Manier gibt man uns eine blonde höchstattraktive Frau, die hier den Platz der Vampirjägerin einnimmt, da der gute Van Helsing mit seinen Racheplänen und seinem Alibi-Job als Professor für Anatomie sicherlich schon genug zu tun hat. Ein Schelm, wer hier an Buffy denkt…

Nun also mal ganz abgesehen von der haaaanebüchenen Story, die man selbstverständlich auch als avantgardistisch verkaufen kann, und sicherlich bin ich als Dracula-Fan voreingenommen… ABER:
Wenn man sich schon an das filmische Erbe von Christopher Lee, Bela Lugosi oder auch Gary Oldman heranwagt, dann will ich auch Horror sehen, ich will eine würdige Darstellung des Königs der Vampire, dem Frauen hörig sind, der die Macht über allerlei Getier hat, der eine Aura des Bösen, aber auch gleichzeitig Eleganz und Verführung austrahlt. Ich erwarte Übernatürliches, Schockierendes und auch Brutalität. Es sind Vampire, herrgottnochmal!

Aber was habe ich bekommen?
Dass man dem Ganzen einen neuen Twist geben möchte, geschenkt. Aber kann ich im Jahr 2013 wenigstens vernünftige CGI-Effekte erwarten? Eine Kulisse, die nicht aussieht, als wäre die Serie in einem Themenpark gedreht worden? Gute Darsteller? Offenbar nicht.
Sogar die hässliche Stiefschwester aller Vampirverfilmungen ‘Twilight’ hatte bessere Effekte als alles, was einem hier geboten wird.
Zusammenfassend also:

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